Steinreich

So nachdem wir nun im letzten Jahr an jeder Ecke Blumen gesetzt haben und inzwischen ein kleines Paradies bei uns auf dem Grundstück blüht, brauchten wir noch einen Kontrast dazu. Ich hätte vor dem Staudenbeet ja einfach ein schönes Rasenstück angesäht, aber mein Schatz hat sich etwas anderes überlegt: Ein Steingarten sollte es sein. Nun ja.

Ok wir haben also erst einmal rundum eine Granitkante gesetzt. Zum einen weil Granit einfach super aussieht, zum anderen aber auch, weil wir immer noch Häufchen von alten, unregelmäßigen Granit-Pflastersteinen im Garten rumliegen haben. (Und mit „alt“ meinen wir, das Pflaster hat damals die DDR noch erlebt…) Übrigens muss man für Granit auch gar nicht so viel Aufwand machen oder Spezial-Kram haben – einfachster Beton reicht völlig aus. Wir haben den möglichst trocken angemischt, und dann die Steine in einen Streifen von dem Beton gesetzt. Die Zwischenräume muss man dann hinterher nochmal mit Beton ausfüllen, mit einem sehr schmalen Spachtel ging das ganz gut – und direkt nach dem Füllen sollte man mit Wasser und einem alten Handfeger drübergehen, damit die Steine wieder sauber werden und der Beton, den man übergeschmiert hat nicht antrocknet.

Dann haben wir auf der gesamten Fläche ein Unkrautvlies ausgelegt. Schön wenn man noch Reste vom Bauen hat: Befestigen konnten wir das Vlies an den Steinen und an der Schnittkante mit einem Rest Dampfbremsen-Kleber, aufgrund ihrer Farbe auch liebevoll „Schlumpfpaste“ von uns genannt.

Für die Palisaden im Beet haben wir einfach alte, zerbrochene Granit-Zaunpfosten genommen, die haben schon ordentlich „Patina“. Auch dafür haben wir ein kleines Loch geweils ausgeschachtet und es mit ziemlich trockenem Beton gefüllt, hält wunderbar.

Bei den Pflanzen war die Wahl recht schnell gefallen. Da der vordere Teil des Beets in der vollen Sonne steht, passten Gräser einfach am besten. Das japanische Blutgras („Imperata cylindrica Red Baron“) steht gern in der Sonne (häufig wird bei solchen Gräsern auch die Färbung umso intensiver, je sonniger sie stehen), und das Grüne nebenan ist ein Pfeifengras („Molinia caerulea Heidebraut“), sieht erstmal unspektakulär aus, bekommt aber riesig hohe Ähren über dem niedrigen kompakten Grasbüschel. Und die Mini-Kiefern haben uns im Baumarkt einfach so angelacht, da haben wir die auch mit eingepackt.

Im Natursteinhandel um die Ecke haben wir dann geguckt, welche Steine wir dafür nehmen könnten – sowohl von Optik als auch Preis passte Basaltsplitt dann am besten, war verhältnismäßig günstig und mit ca. 3,5t waren wir dann auch durch.

Dann stellte sich allerdings ein Problem heraus, an das wir vorher nicht gedacht haben. 1.: Steine kullern. 2.: Steine sind schwer. Und wie findet ein junges Grasbüschel das, wenn es von Steinen umringt wird? Richtig: Nicht so prall. Die ersten Tage haben wir noch immer mit den Händen die Gras-Horste etwas freigeschaufelt. Was langfristig aber nicht so praktisch sein würde. Da wir aber permanent am Pflanzen sind, hatten wir vor allem eines auf Vorrat: leere Blumentöpfe. Aus denen haben wir dann günstig Pflanzringe schneiden können: Richtige Größe aussuchen, Boden abschneiden und kürzen, so dass ein Ring entsteht, und das Ganze über die einzelnen Pflanzen stülpen. Dann braucht man nur noch EINmal den Basaltsplitt aus dem Ring räumen, und die Pflanzen haben Platz. Inzwischen haben sie sich allerdings schon so gut rausgemacht, dass wir sie sogar schon gegen größere Ringe tauschen müssten…

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